
Mathe spielerisch lernen in der Grundschule / Primarschule: So gelingt's mit Spass und einfachen Spielen

8 Min. Lesezeit
Viele Kinder empfinden Mathematik als abstrakt oder schwierig. Dabei kann Mathe gerade in der Grundschule bzw. Primarschule unglaublich viel Freude machen – vorausgesetzt, sie wird kindgerecht vermittelt. Wenn Kinder mathe spielerisch lernen, entwickeln sie Motivation, Selbstvertrauen und ein tieferes Zahlenverständnis, ohne dass es sich nach „Lernen" anfühlt.
In diesem Beitrag zeigen wir dir einfache, sofort umsetzbare Mathe Spiele, die sowohl im Unterricht als auch zu Hause funktionieren. Die Ideen eignen sich für Lehrpersonen der Primarschule ebenso wie für Eltern, die Mathe spielerisch vertiefen möchten.
Warum Mathe spielerisch lernen so wichtig ist
Spielerisches Lernen spricht mehrere Sinne gleichzeitig an. Es verbindet Bewegung, Sprache und logisches Denken – genau jene Elemente, die Kinder in den ersten Schuljahren besonders brauchen.
Kinder profitieren davon, weil sie:
- Spass und Motivation entwickeln,
- Zahl- und Mengenverständnis schneller aufbauen,
- durch Bewegung länger konzentriert bleiben,
- angstfrei neue Strategien ausprobieren,
- mit kooperativen Spielen auch sozial lernen.
Praxisprojekte wie PIKAS zeigen, dass aktivierende Kurzspiele mathematische Basiskompetenzen nachhaltig stärken. Ob in der Primarschule oder Grundschule – Spiele sind ein wertvolles Werkzeug, um Mathe lebendig zu machen.
6 wirksame Ideen, um Mathe spielerisch lernen zu lassen
Die folgenden Spielideen benötigen fast kein Material und lassen sich sofort einsetzen – im Klassenzimmer, auf dem Pausenplatz oder zu Hause.
1. Mengenlauf – ideal für die 1.–2. Klasse (Grundschule / Primarschule)
Zahlen- oder Mengenbilder werden im Raum verteilt. Du rufst eine Zahl, und die Kinder laufen zur passenden Karte.
Varianten:
- Mengen statt Zahlen
- Zahlenpaare finden
- zwei Teams treten gegeneinander an
Dieses einfache Spiel stärkt das grundlegende Zahlverständnis – die Basis für alle späteren Rechenoperationen.
2. Einmaleins-Wettlauf – spielerisches Multiplizieren (Klasse 2–4)
Auf dem Schulhof oder im Gang werden Ergebnis-Karten ausgelegt. Du rufst Einmaleins-Aufgaben auf, und die Kinder sprinten zum richtigen Ergebnis.
Warum das so gut wirkt:
- hohes Bewegungstempo
- motivierende Wettbewerbssituation
- fördert schnelles Kopfrechnen
Eltern können das Spiel zu Hause mit Post-its nachstellen – ideal für kurze Mathe-Lerneinheiten.
3. Formen-Hüpfen – Geometrie erleben (1.–3. Klasse)
Mit Klebeband werden geometrische Formen wie Kreis, Dreieck, Quadrat auf den Boden geklebt. Die Kinder hüpfen in die Form, die du nennst.
Varianten:
- Form nach Eigenschaften auswählen („vier Ecken", „runde Form")
- Formen nach Grösse ordnen
- eigene Formen legen
Dieses Spiel verknüpft Körpergefühl und Geometrie – perfekt für den Einstieg.
4. Zahlen-Memory XXL – Bewegung trifft Struktur
Aufgaben- und Ergebnis-Karten liegen verdeckt im Raum. Die Kinder laufen, decken Karten auf und suchen passende Paare.
Es trainiert:
- Kopfrechnen
- Merkfähigkeit
- strategisches Denken
Diese Aktivität funktioniert in der Grundschule genauso gut wie im Wohnzimmer der Familie.
5. Würfel-Champions – Mathe mit wenig Material
Die Kinder würfeln und:
- addieren zwei Würfelzahlen,
- multiplizieren sie (in höheren Stufen),
- vergleichen Ergebnisse (<, >, =),
- bilden Zerlegungen.
Egal ob in der Primarschule oder zu Hause: Würfel sind ein vielseitiges Mathe-Werkzeug.
6. Kopfrechen-Team-Challenge – gemeinsam denken
Die Klasse oder Familie teilt sich in kleine Teams. Du gibst Aufgaben vor, die Teams beraten sich und zeigen das Ergebnis auf einer Karte.
Vorteile:
- fördert mathematische Gespräche
- stärkt Teamarbeit
- senkt Leistungsdruck
Ein ideales Ritual für den Unterrichtsstart oder Lernpausen.
Tipps für Lehrpersonen der Grundschule und Primarschule
1. Baue kurze Spiele regelmässig ein
Tägliche Kurzaktivitäten von 2–5 Minuten wirken stärker als lange Spielelektionen.
2. Spiele leicht differenzieren
Der Spielaufbau bleibt gleich – der Zahlenraum verändert sich:
- 1.–2. Klasse → Zahlenraum 20
- 3.–4. Klasse → Zahlenraum 100 oder mehr
3. Mathematische Gespräche führen
Nach jedem Spiel 1 Minute reflektieren:
- „Wie bist du vorgegangen?"
- „Welche Strategie war schnell?"
- „Warum ist diese Lösung sinnvoll?"
Das stärkt das Verständnis enorm.
Tipps für Eltern: Spielerisch Mathe lernen zu Hause
1. Mathe im Alltag nutzen
Beim Kochen, Einkaufen oder Spielen entstehen natürliche Mathe-Situationen:
- Mengen vergleichen
- Preise einschätzen
- Zeiten messen
- Muster erkennen
2. Wenig Material – grosse Wirkung
Würfel, Karten, Bauklötze oder sogar Alltagsgegenstände reichen völlig.
3. Druck rausnehmen
Zuhause geht es nicht um „besser werden", sondern um Lust am Denken. Kinder lernen Mathe leichter, wenn der Spass im Vordergrund steht.
Fazit: Spielerisches Lernen macht Mathe zugänglich
Wenn Kinder mathe spielerisch lernen, entwickeln sie Freude, Selbstvertrauen und tiefes Zahlenverständnis. Die vorgestellten Spiele funktionieren in der Grundschule wie auch in der Primarschule, fördern Konzentration und machen Mathe lebendig. Lehrpersonen und Eltern können mit wenig Aufwand viel bewirken – ob im Unterricht, im Gang der Schule oder im Wohnzimmer.
Mathe wird zum Erlebnis, nicht zum Pflichtfach.
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